Wie eine Doku mein Leben veränderte

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Ich war noch nie so wirklich der Fleisch-Fan. Klar, gegen eine leckere Bratwurst oder Steak vom Grill oder eine Pizza mit Schinken hatte ich auch nichts einzuwenden, aber so Dinge wie rohes „Gehacktes“ oder Blutwurst etc. stießen mich damals schon ab.

Das war halt so

Meine Großeltern hatten einen Bauernhof. Als Kind war ich sehr gerne im Stall und habe mit den Kühen, Rindern und Schweinen gespielt und sie gestreichelt. Die Kühe habe ich auch selbst angemolken (den Rest erledigte dann eine Maschine). Hühner und Hasen gab es dort auch, also rundum ein super Ort für tierliebe Kinder. Genauso gehörte für mich aber auch dazu, dass alle diese Tiere in regelmäßigen Abständen (ich würde sagen so ca. einmal im Monat) geschlachtet wurden. Das war halt so. Ich habe das auch nie infrage gestellt, denn sonst hätten ja mein Opa und mein Vater „falsche“ Dinge getan und so etwas war für mich unvorstellbar. Ich war sogar selbst beim Schlachten von Rindern und Schweinen dabei. Mehr noch: Ich fand es toll, denn ich konnte dann mit meinem Papa früh aufstehen, die Oma besuchen, dann zusammen mit den Männern zum Stall gehen und danach meiner Oma beim Vorbereiten des „Schlachteessens“ helfen. Daraus wurde ein richtiges Event gemacht, welches den ganzen Tag dauerte und ganz viel Gemeinschaftsgefühl gab. Klar, ich fand es nicht toll das Tier sterben zu sehen und der Geruch im Haus war auch nicht so meins, aber die Bratwurst später hat trotzdem geschmeckt.

Das Schnitzel in meinem Bauch rebellierte

So lebte ich dann noch viele Jahre in dem Glauben, dass Tiere halt sterben müssen, damit wir etwas zu essen haben. Bis mein Freund Tim so eine „Phase“ hatte, in der er sehr viele Dokumentationen geguckt hat. Irgendwann war da auch Earthlings dabei. Von dieser Doku war er so geschockt, dass er von einem auf den anderen Tag vegan gelebt hat. Natürlich hat er mir davon erzählt und gesagt, wie schlimm das alles ist, was wir den Tieren antun. Für meine Reaktionen darauf schäme ich mich heute noch („Kühe geben doch immer Milch“, „Die Tiere merken doch gar nichts davon“, „Das sind doch Einzelfälle“ etc. pp.). Er konnte mich dann doch noch überreden, Earthlings mit ihm zusammen anzugucken. Dies geschah dann bei meinen Eltern zu Hause. Vorher gab es Schnitzel und ich habe das natürlich auch genüsslich gegessen und dabei darüber gescherzt, dass Tim nur Beilagen essen kann. Das Scherzen verging mir dann ganz schnell beim Zuschauen. So etwas Grausames hatte ich noch nie gesehen. Ich habe die meiste Zeit geweint und weggeschaut und konnte einfach nicht fassen, wie Menschen anderen Lebewesen solche Dinge antun können. Das Schnitzel in meinem Bauch rebellierte und ich fühlte mich einfach nur noch schlecht.

Es lebe die Vielfalt

Das schlechte Gewissen nagte an mir. Von diesem Tag an beschloss ich kein Fleisch mehr zu essen (vegan war mir dann doch erstmal „zu viel“). Anfangs hatte ich noch einen kleinen Rückfall in Form eines Dönertellers, allerdings hatte ich beim Essen wieder ein so schlechtes Gewissen, dass ich wusste: „Das ist nichts mehr für mich!“. Das Vegetarier-Dasein ging dann ganz fließend innerhalb eines halben/dreiviertel Jahres in ein veganes Leben über. Dass mein Freund ebenfalls vegan lebte, hat natürlich vieles einfacher gemacht. Die Frustration beim ersten Einkauf, die Anfeindungen von Nicht-Veganern etc. hat er zuerst durchgemacht und konnte mir daher sehr gut helfen, Schritt für Schritt meine Ernährung umzustellen. Seitdem habe ich sehr viel gelernt und mich weiter informiert. Für mich ist die vegane Ernährung keine Einschränkung, sondern eine Erweiterung meines Speiseplans. Ich habe ganz viele neue Zutaten entdeckt und koche und esse wesentlich vielfältiger und auch frischer und farbenfroher als vorher.

Gerne helfe ich euch als Vegan Buddy bei eurem Start in ein veganes Leben mit Tipps und Tricks weiter. Außerdem bin ich (so ziemlich) jeden ersten Sonntag im Monat ab 18 Uhr im Restaurant Abbessina in Kassel beim veganen Stammtisch anzutreffen, den ich mit meinem Freund zusammen gegründet habe. Dort quatschen wir bei leckerem Essen in geselliger Runde mit anderen Veganer*innen, Vegetarier*innen und (Noch-)Fleischesser*innen über allerlei Themen. 🙂

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