Großdemo in Göttingen: Schließung aller Schlachthäuser 2018

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Großdemo in Göttingen:
Schließung aller Schlachthäuser 2018

Großdemo in Göttingen: Schließung aller Schlachthäuser 2018

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Zum ersten Mal fand dieses Jahr der ARIWA-Aktionstag Schließung aller Schlachthäuser nicht in Kassel, sondern im niedersächsichen Göttingen statt. Dort versammelten sich 150 Aktivist*innen, um gegen Tierausbeutung zu demonstrieren und um sich für Tierrechte stark zu machen.

Bei bis zu 30° Außentemperatur gaben die Teilnehmenden alles, während sie mit Plakaten, Bannern und Schildern durch die Göttinger Innenstadt zogen. Ein ARIWA-Mobil mit Anlage und Soundboxen leitete den Demozug über eine Strecke von etwa 3 km vom Kornmarkt zum Bahnhof und über weitere Zwischenstopps durch die Innenstadt wieder zurück zum Ausgangspunkt. Für eine beängstigende und authentische Soundkulisse sorgten reale Schlachthofgeräusche, untermalt von Herzschlägen und einer düsteren sphärischen Musik. Die Todesschreie von Schweinen im letzten Moment ihres Lebens hinterließen nicht nur bei den Teilnehmer*innen ein flaues Gefühl in der Magengegend, auch viele Menschen am Straßenrand schauten betroffen.

Bei den Zwischenstationen, z.B. direkt vor einer McDonald’s Filiale, hielten mehrere Personen eindrucksvolle Reden in deutscher, englischer, spanischer, französischer und türkischer Sprache. An dieser Stelle ein großes Kompliment an das Orga-Team und ihre Dolmetscher*innen, da hier noch einmal der Bezug zur weltweiten Aktion hergestellt wurde und die mehrsprachigen Beiträge verdeutlichten, dass Tierrechte nicht nur in Deutschland gefordert werden, sondern international.

Demonstriert wird in diesem Jahr in Frankreich, Deutschland, Argentinien, Australien, Belgien, Kanada, Kroatien, Spanien, den USA, Finnland, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und der Türkei. Der Aktionstag ist Teil des Marches pour la fermeture des abattoirs von Association L214 aus Frankreich. Kassel schloss sich 2014 als erste deutsche Stadt der Aktion an, die mittlerweile unter der Flagge von Animal Rights Watch (ARIWA) in mindestens sieben Städten innerhalb der Bundesrepublik veranstaltet wird.

Auf die von Parolen wie „Fleisch ist Folter, Fleisch ist Mord“ begleitete, insgesamt laute Demonstration, reagierten Passant*innen unterschiedlich. Manche lachten, provozierten oder schimpften, andere konnten das Anliegen der Demonstrierenden verstehen und reagierten mit „Daumen hoch“-Geste. Eine bettelnde, offenbar mittellose Frau, die in der Hitze vor einem Geschäft Platz genommen hatte, stimmte in die Rufe ein und reagierte sehr positiv auf die Forderungen. So reagieren Menschen, die – auf ihre eigene Menschlichkeit zurückgeworfen – wissen, warum der Einsatz für die Stimmlosen und Schwächsten kein Luxus ist, sondern ein hohes gesellshaftliches Gut. Dem gegenüber stand auch in Göttingen die Angst von Menschen vor dem moralischen Zeigefinger. Insgesamt blieb es friedlich, die Polizei musste an keiner Stelle einschreiten und die freundlichen Polizeibeamt*innen verhielten sich professionell.

Am Ende verabschiedete sich eine der Organisatorinnen mit der Einladung zum gemeinsamen Abendessen im India Haus, der viele der Anwesenden folgten. Es war ein eindrucksvoller Demotag mit vielen wunderbaren Menschen, die sich für ein oft zum Randthema erklärtes und deswegen umso wichtigeres Anliegen eingesetzt haben. Denn es betrifft keine Randgruppe, es betrifft Millionen von Lebewesen, jeden Tag und überall auf der Welt. 2019 wird es weitergehen, wir werden rechtzeitig darüber informieren. Die nächste Demo findet übrigens am 30. Juni in Bielefeld statt, es gibt dazu eine Facebookveranstaltung und einen Eintrag im ARIWA-Terminkalender.

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Bildquellen

  • Fotograf: Manuel Wetzig Rovira, mit freundlicher Genehmigung von ARIWA Hannover

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